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Inhalt der aktuellen Ausgabe 01/2018

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Aufsätze

Das Potenzial mündlicher Korpora für die Sprachdidaktik. Das Beispiel GeWiss

Im Beitrag soll anhand des Korpus „Gesprochene Wissenschaftssprache kontrastiv“ (GeWiss) exemplarisch gezeigt werden, welches Potenzial Korpora der gesprochenen Sprache für den Unterricht des Deutschen als Fremdsprache haben – und wo noch weiterer Entwicklungsbedarf besteht. Zunächst wird kurz dargestellt, welche Charakteristika und Funktionalitäten Korpora der gesprochenen Sprache für das Deutsche als Fremdsprache besonders interessant machen.

Was haben Maschinenbaustudenten mit Rettungssanitätern gemeinsam? Ein Plädoyer für handlungsorientierte berufs(gruppen)spezifische Lehrwerke

Deutsch als Fremd- und Zweitsprache wird zunehmend im Kontext von Studium und Beruf gelernt. Wichtige Zielgruppen sind dabei internationale Studierende (im Allgemeinen) sowie junge Zugewanderte ohne abgeschlossene Berufsausbildung und ohne abgeschlossenes Studium. Auf den ersten Blick scheinen für diese Zielgruppen zahlreiche Lehrwerke zur Verfügung zu stehen; eine genauere Betrachtung der Materialien ergibt jedoch, dass diese für viele Kursarten und Fachrichtungen nur bedingt geeignet sind.

Haben italienische Deutschschreiber eine Vorliebe für hingegen? Zum Ausdruck von Adversativverknüpfungen im Sprachvergleich

Der Beitrag untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der grammatischen Gestaltung adversativer Satzverknüpfungen in der deutschen und der italienischen Schriftsprache. Die Analyse der verfügbaren Sprachmittel und ihrer Nutzung in Korpusdaten kann dazu beitragen, Auffälligkeiten in Texten italienischer Deutschschreiber zu erklären.

Authentizität in der Fremdsprachendidaktik – kritische Anmerkungen zu einem problematischen Konzept

Im Beitrag wird das Konzept der Authentizität, das zu den zentralen Prinzipien des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts zählt, kritisch geprüft. Hierzu wird zunächst ein Überblick über die bisherige Debatte in der Fremdsprachenforschung gegeben, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht. Dabei werden eine Reihe von Unklarheiten und Problemen in der Bestimmung von Authentizität deutlich. Gezeigt werden kann zudem, dass die Forderung nach Authentizität die grundlegende Medialität von Sprache systematisch verdeckt.

Rezensionen

Alexandra N. Lenz / Manfred M. Glauninger (Hg.): Standarddeutsch im 21. Jahrhundert. Theoretische und empirische Ansätze mit einem Fokus auf Österreich

Mit dem Problem sprachlicher Normativität und auch mit dem Begriff des Standarddeutschen tut sich eine deskriptiv ausgerichtete Linguistik aus historischen und systematischen Gründen schwer. Da die Wörter Hochdeutsch und Hochsprache ideologisch so aufgeladen waren, hat sich in unserem Fach der Terminus „Standarddeutsch“ (oder „Standardsprache“) etabliert, der sich nun aber erneut mit Ideologie-Vorwürfen konfrontiert sieht. Um der dogmatisch anmutenden Idee einer homogenen Einheitsvarietät Standarddeutsch entgegenzuwirken, hat sich schon lange eine Forschung zur Plurizentrik des Deutschen herausgebildet.

Ulrike Krieg-Holz / Lars Bülow: Linguistische Stil- und Textanalyse. Eine Einführung Narr Verlag

Eine einführende Darstellung zur Stilistik in kompakter und verständlicher Form, die Stilperformanz aufzeigt, analysiert und systematisch beschreibt und Studierenden Stilkompetenz in verschiedenen Kommunikationsbereichen vermittelt, stellt in der germanistischen Linguistik ein dringendes Desiderat dar. Das vorliegende Buch, im Untertitel und im Klappentext explizit als „Einführung“ deklariert, weckt die Erwartung, dass eine derartige Einführung jetzt vorliegt.

Sabine Speck: Textsorten und Textsortenvarianten im Kulturteil der Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ und der Wochenzeitung „Die Zeit“

Fragen der Textklassifikation und Typologisierung von Texten dominieren nach wie vor das Erkenntnis interesse der Textlinguistik, und die Textsorte gilt dabei als zentrale Kategorie. Gleichwohl sind damit noch viele Probleme verbunden, die sich auch in terminologischer Uneinheitlichkeit und differierenden Systematiken zeigen. Und auch empirische Untersuchungen zu Textsorten und ihren Varianten sind in der Textsortenlinguistik – trotz etlicher Arbeiten in den letzten Jahrzehnten – noch immer nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Anne Gadow: Bildungssprache im naturwissenschaftlichen Sachunterricht. Beschreiben und Erklären von Kindern mit deutscher und anderer Familiensprache

Die Dissertation von Anne Gadow rückt die sprachlichen Handlungen im Sachunterricht der Grundschule in den Vordergrund und geht der Frage nach, welche Fähigkeiten Schüler(innen) mit deutscher oder anderer Familiensprache aufweisen müssen, um naturwissenschaftlich-bildungssprachliches Handeln zu realisieren. Dieses bildungssprachliche Handeln wird dabei von der Vfn. auf Beschreiben und Erklären eingegrenzt. Im Anschluss an die theoretische Verortung des Untersuchungsgegenstandes beschreibt Gadow ihr methodisches Vorgehen.

Bernd Spillner (Hg.): Kontrastive Fachsprachenforschung. Deutsch – Chinesisch

Die kontrastive Fachsprachenforschung hat sich in den letzten 40 Jahren zu einer etablierten Forschungsrichtung der kontrastiven Linguistik entwickelt. Was die kontrastive Fachsprachenforschung des Deutschen mit dem Chinesischen betrifft, besteht trotz einer enorm intensiven Kooperation beider Länder in den Bereichen Wissenschaft, Technik, Wirtschaft etc. ein großes Defizit an der kontrastiven Fachsprachenforschung und Didaktisierung der fremdsprachlichen Ausdrücke der Fachkommunikation.

Verena Wecker: Strategien bei der Pluralbildung im DaZ-Erwerb. Eine Studie mit russisch- und türkischsprachigen Lernern

Bei diesem Buch handelt es sich um die Dissertation der Vfn. (an der Universität Münster von K.-M. Köpcke und A. Bittner betreut), eine empirische, aber stark theorieorientierte Arbeit zum Pluralerwerb in DaZ durch Grundschüler (Klasse 1–4) mit L1 Russisch und Türkisch (42 bzw. 23 Schüler), dazu von zwei Kontrollgruppen aus je zehn monolingual deutschsprachigen Kindern. Die Kinder wurden in je zwei Gruppen unterteilt: Kl. 1–2 und Kl. 3–4 bzw. 6–7 und 8–10 Jahre, sodass sich für jede L1 zwei, insgesamt sechs Probandengruppen ergeben, die sich nach L1 und Alter bzw. Spracherwerbsdauer unterscheiden.

Eva Burwitz-Melzer et al. (Hg.): Üben und Übungen beim Fremdsprachenlernen. Perspektiven und Konzepte für Unterricht und Forschung. Arbeitspapiere der 36. Frühjahrskonferenz zur Erforschung des Fremdsprachenunterrichts

Dass Übung den Meister macht, ist in vielen Sprachen eine „Volksweisheit“! Dennoch werden Übungen „mit dem fremdsprachendidaktischen Damoklesschwert der Langeweile, mit pattern drill und Behaviorismus assoziiert“, bestenfalls als ein „notwendiges Übel“ verstanden. Nach Riemer kommt „‚Übung‘ als Stichwort in Theorien des Fremdsprachenerwerbs kaum“ vor, auch „weil ihre Effektivität für den fremdsprachlichen Erwerbsprozess nicht zwangsläufig gesichert ist“.
 

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